Mehrere Studien belegen, dass das Interesse an der deutschen Bundesliga in den letzen Jahren um einiges zurück ging. Zugleich erreichen die Premier League und Champions League weltweit neue Zuschauerrekorde. Die DFB sind sich dessen zwar bewusst, jedoch laufen diese Probleme sehr tiefgründig, und Lösungen dafür sind nicht einfach zu finden.
Dieses Problem ist auch etwas tiefgründiger, als es vielleicht auf den ersten Blick erscheint. Die Bundesliga ist schon dabei, den Anschluss and Ligen wie der Premier League und La Liga zu verlieren. Und wenn die Zuschauerzahlen weiter sinken, verlieren die Teams an wertvollem TV Geld. Dies wiederum führt dazu, dass Top-Spieler die Liga verlassen, was dann wiederum wieder Zuschauer verjagt.
Diese Entwicklung der Liga begann schon vor über einem Jahrzehnt. Mit dem Sky-Vertag über die TV Rechte verringerte sich die Zahl der Bundesligaspiele im FreeTV von 36 auf 12. Seit dem ging diese Anzahl eher nach unten als nach oben, in der nächsten Saison wird es zum Beispiel nur 9 Spiele im FreeTV geben.
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Der Grund dafür? Sky und DAZN bieten der Liga mehr Geld, und erwerben sich dadurch die Rechte. Doch der Verdienst der Liga geht auf Kosten der Fans. Wenn ein Fan sich heutzutage alle Bundesligaspiele anschauen will, muss er für beide Streamingplattformen insgesamt 65 Euro hinblättern.
Anstatt das junge Fans organisch durch FreeTV zum Fußball kommen, müssen sie heutzutage extra Geld dafür zahlen. Daher sollte es niemanden überraschen, wenn sie sich stattdessen für andere Arten des Entertainment, wie zum Beispiel Youtube oder Twitch, entscheiden.
Doch auch Fans, die den Sport schon seit Jahren folgen, verlieren nach und nach Interesse. Ein Grund dafür ist die zu große Anzahl von Spielen. Top Teams spielen teilweise 70 Matches pro Saison, wodurch die Qualität viele dieser Spiele zwangsläufig sinkt. Doch das ist nur einer der vielen Gründe. Ein anderer sind die vielen Konzernvereine in der Bundesliga.
Ein Vorteil, den die Bundesliga über viele der anderen Ligen in Europa hat, ist die Phenomenale Fankultur. Viele der Topklubs in der Liga können ihr Stadion jede Woche ohne Problem ausverkaufen und produzieren eine Atmosphäre die es fast nirgendswo anders gibt.
Diese Fankultur kann man auf die sogenannte 50+1 Regel zurück führen. Dieses besagt, dass jeder Verein mindestens 50% plus eine extra Stimme haben muss, was verhindern soll, das Investoren Kontrolle über Teams erhalten, was in England oder Spanien relativ oft passiert.
Doch obwohl diese Regel auf dem Papier existiert, gibt es einige Klubs, sogenannte „Konzernklubs“, die diese Regel umgehen. Indem Klubs wie Leipzig, Hoffenheim, Wolfsburg und Leverkusen Mitarbeiter ihrer Firma Stimmrechte an einer ausgegliederten Fußballabteilung geben, erreichen sie volle Kontrolle über den Klub, ohne technisch gesehen gegen die 50+1 Regel zu vertreten.
Aber auch abgesehen von der Wettbewerbsverzerrung, die diese Klubs betreiben, ist deren Existenz ein Problem für die Liga. Diese Klubs hatten nicht genug Zeit, sich eine echte Fanbase aufzubauen. Dadurch bringen sie weniger TV Zuschauer, was der Liga schadet. Besonders wenn man bedenkt, welche Klubs durch die Existenz von diesen Klubs in der 2. Bundesliga spielen müssen. Köln, Hamburg und Schalke sind einige der größten Deutsche Klubs, und schaffen es, obwohl sie nicht in der höchsten Liga spielen, mehr Zuschauer anzuziehen.
Die größte Dreistheit jedoch, ist, wie diese Konzernklubs ihre niedrige Stadionauslastung verstecken. Vereine wie Leipzig verkaufen Kombitickets, in denen sie unattraktive Matches mit begehrten Matches kombinieren, um so auch für Spiele gegen Gegner, die normalerweise wenige Leute interessieren, genauso viele Tickets zu verkaufen.
Jedoch sind dann im Stadion um einiges weniger Leute als die Auslastung zeigen würde. Wenn ein Klub, der top 4 in der Liga ist, es nicht schafft sein Stadion auszuverkaufen, ohne den Namen anderer Topklubs zu nutzen, ist das eine Hiobsbotschaft für die Liga. Besonders wenn man bedenkt, wie sehr sie auf ihre Fankultur stolz ist.
Es gibt quasi nur eine Lösung für dieses Problem: der DFB muss hart durchgreifen. Denn wen Klubs, die so klar gegen Regeln verstoßen ungestraft bleiben, werden sich andere Klubs dieses Modell abschauen. Am Ende des Tages lebt und stirbt die Liga mit ihren Fans, und diese sind kurz davor, die Liga zu verlassen.
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